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Ein Einblick in Pro Tools 10 unter Mac OS X mit VoiceOver

Seit Pro Tools in Version 8.0.4 erschienen ist, ist es möglich die DAW mit VoiceOver unter Mac OS X zu bedienen, was blinden Nutzern die Möglichkeit bietet eine professionelle Audio-Produktionsumgebung zu nutzen.
Im folgenden möchte ich daher einen Einblick in dieses Thema geben.

Die Accessibility von Pro Tools ist schon richtig weit, doch alle Bereiche der Software lassen sich noch nicht mit VoiceOver nutzen. Wer allerdings nach einer Möglichkeit sucht professionell Audio-Recording, Editing und Mixing durchzuführen, wird mit Pro Tools im Zusammenspiel mit VoiceOver sehr weit kommen. Wer aber hauptsächlich mit MIDI arbeitet und hier sehr präzise editieren muss, kommt mit Pro Tools aktuell noch nicht ganz soweit, was aber keinesfalls heißen soll, dass überhaupt kein MIDI-Recording und Editing in Pro Tools mit VoiceOver möglich ist.

Im folgenden möchte ich einmal auf einige wichtige Bereiche und Elemente im Mix und im Edit-Window eingehen. Ich beginne mit dem Mix-Window.
Oben links befinden sich die drei obligatorischen Tasten zum Schließen, Minimieren und Zoomen. Darauf folgt der Name der Pro Tools-Session. Als nächstes Element befindet sich ein Popup-Menü mit dem Namen Spuren-Listen im Fenster. Hiermit lassen sich z. B. nur ausgewählte Spuren anzeigen oder Spuren in verschiedenen Reihenfolgen sortieren.

Ein weiteres Element ist die Track-List, in der alle in der Session befindlichen Spuren aufgelistet sind und sich z. B. auswählen, deaktivieren oder ausblenden lassen.

Darauf folgen alle eingeblendeten Spuren, von denen ich eine Audio-Stereo-Spur mal etwas genauer erklären möchte, um die wichtigsten Elemente auch hier mal kurz aufzuzählen.

Ich beginne die Interaktion mit der Spur und stehe zuerst auf dem Bereich für die Inserts. Als nächstes befindet sich der Bereich für die Sends im Kanalzug der Spur. Danach folgt ein Menü für die Auswahl des Audio-Eingangs. Das gleiche folgt jetzt auch noch ebenso für den Ausgang. Als nächstes lässt sich die Art des Automationsmodus auswählen. Darauf folgt eine Anzeige, wenn vorhanden, welcher Mix- oder Edit-Group die Spur zugewiesen ist. Jetzt trifft man auf die Dreh-Regler für das Stereo-Panorama. Danach befinden sich die drei Tasten zum Aktivieren der Aufnahmebereitschaft, so wie zum Muten und Soloschalten der Spur. Nun trifft man auf den Lautstärke-Fader und das Level-Meter. Am unteren Ende des Kanalzuges befinden sich noch der Spur-Name, so wie die Anmerkungen. Jetzt verlasse ich die Audio-Spur und komme zu den letzten Elementen des Mixwindow.

Nachdem ich über die eingeblendeten Spuren navigiert bin, lande ich beim Popup-Menü, welches den Namen Gruppen-Listen trägt. Darauf folgt die Group-List. Diese beiden Elemente sind genau so zu handhaben wie es schon bei der Track-List und bei dem Spuren-Listen-Menü der Fall ist, nur für Gruppen und nicht für Spuren.

Als vorletztes Element befindet sich eine Taste mit dem Namen Tastaturfokus im Fenster und die letzten beiden Elemente sind für das Ein- und Ausblenden der Track-List, so wie zum Anpassen der Ansicht des Mix-Window.


Jetzt widme ich mich dem Edit-Window.
Nachdem ich auch hier wieder die obligatorischen Tasten oben links und den Session-Namen hinter mir gelassen habe, treffe ich als erstes auf das Element Edit Mode Cluster, mit dem sich einer der vier Edit-Modi auswählen lässt.
Danach folgt ein für VoiceOver-Nutzer etwas unwichtigerer Cluster, der für den Zoom der Spuren zuständig ist.

Jetzt wird es aber auch direkt wieder interessanter, denn der Cursor Tool Cluster ist an der Reihe.
Hier lassen sich z. B. die Tools wie das Smart-Tool auswählen, was sehr nützlich für das Editing ist. Außerdem findet sich hier die Funktion Tab to Transient, die z. B. sehr nützlich für die Navigation innerhalb der ausgewählten Spur ist.

Weiter geht es nun mit dem Counter Display Cluster.
Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich in diesem Cluster alles um die Anzeige der Zeit oder der Takte. Die Anzeige lässt sich hier auch umstellen zwischen Takte/Schläge, Minuten/Sekunden, Timecode, Feet+Frames oder Samples.

Als nächstes folgt noch der letzte Cluster, der den Titel Grid/Nudge Cluster trägt.
Hier lassen sich z. B. die Werte einstellen, mit denen man sich schrittweise vor und zurück bewegt. Ein Beispiel sind ganze oder halbe Takte.

Die nächsten Elemente sind bereits teilweise aus dem Mix-Window bekannt. Gemeint ist die Track-List und das zugehörige Popup-Menü Spurenlisten. Diese beiden Elemente werden im Edit-Window durch die Region List und das Popup-Menü Cliplisten ergänzt. Die beiden letzten Elemente haben eigentlich eine ähnliche Funktion, wie die Tracklist und das dazu gehörende Popup-Menü, nur mit dem Unterschied, dass sie nicht für Spuren sondern für Clips, die sich in der Session befinden zuständig sind.

Abschließend möchte ich noch einige Elemente eines Audio-Tracks zeigen, die im Mix-Window nicht vorhanden sind.
Ich beginne mit dem Playlist-Selektor. Mit diesem lassen sich die Playlisten, also sozusagen die verschiedenen Ebenen, wenn mehr als ein Take auf einer Spur vorhanden ist, auswählen, duplizieren oder löschen. Auch das Hinzufügen leerer Playlisten ist möglich.
Ein weiteres Element ist der Spuransichtselektor, über den sich verschiedene Spuransichten, wie z. B. die Lautstärke-Kurve anzeigen lässt. Das ist unter anderem nötig, wenn man eine aufgenommene Automation ganzheitlich oder auch nur teilweise löschen möchte.

Das soll es jetzt erst einmal gewesen sein. Ich hoffe, dass ich Euch in diesem Artikel einen interessanten Überblick geben konnte.

Hier findet Ihr weitere Infos zu Pro Tools.



Ein Artikel von Florian Schmitz. Veröffentlicht am: 19.12.2012

Genutzte Software-Versionen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren:

  • Mac OS X 10.6.8
  • Pro Tools 10.3.2