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Eine besondere Hörbuch-Produktion mit Herausforderung

Anfang 2018 haben wir im, zu der Zeit ganz neuen, audiacc-Studio eine besondere Hörbuch-Produktion realisiert.
In diesem Beitrag erfahrt Ihr, weswegen die Produktion besonders war und welche Herausforderung es zu meistern galt.
Außerdem erfahrt Ihr, wo Ihr das Hörbuch bei Interesse erwerben könnt.

Hörbuch-Produktion von „Alle hören auf Daffy, nur Daffy nicht: Abenteuer Blindenführhündin“

Natürlich ist jede Produktion irgendwie eine besondere Produktion.
Dabei ist es egal, ob es sich um eine Musik-Produktion oder wie in diesem Fall um eine Hörbuch-Produktion handelt.
Bei dieser Produktion gab es aber wie gesagt eine besondere Herausforderung zu meistern, aber der Reihe nach.

Wie alles begann

Es war ein ganz normaler Tag und ich war gerade mit einer Produktion beschäftigt als das Telefon klingelte.
Wie so oft in diesem Fall konnte ich nicht direkt ans Telefon gehen und somit übernahm das der Anrufbeantworter.
Später hörte ich die Nachricht auf dem Anrufbeantworter ab.
Bis hier hin war auch noch alles gewöhnlich.
Eine Dame namens Jennifer Mai erzählte mir, dass sie sich für das Thema Hörbuch-Produktion interessiert und bat mich um Rückruf.
Also rief ich sie zurück.

Bei diesem Telefonat erzählte sie mir, dass sie ein Buch geschrieben hatte und dieses auch gerne als Hörbuch veröffentlichen wollte.
Ich fragte sie, ob das Buch von einer Sprecherin bzw. einem Sprecher gelesen werden soll oder ob sie es als Autorin selber lesen wolle.
Sie antwortete, das sie das noch nicht genau wüsste.

Dann stellte ich ihr die Frage, wo von ihr Buch denn handelte.
Sie antwortete, das es sich um ihre Blindenführhündin bzw. um das Zusammenleben mit ihrer Blindenführhündin in dem Buch dreht.

Bis zu dem Punkt wusste ich nicht, dass sie blind war.
Prinzipiell war mir das aber auch, zumindest erstmal, völlig egal.
Wir vereinbarten, dass ich ihr Buch erst mal lesen würde und wir dann erneut telefonieren würden.

Nach dem ich das erste Kapitel gelesen hatte, rief ich Jenny zurück und sagte zu ihr: „Ich finde Du solltest das Buch selber lesen.“
Ich fand, dass niemand besser als sie selbst wissen konnte, wie genau was gemeint war, denn sie hatte es ja selber erlebt.

Als ich das gesamte Buch durchgelesen hatte, war ich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es wirklich eine gute Idee ist, wenn sie es selbst liest.

Wir vereinbarten also einen Termin, bei dem sie sich einen ersten Eindruck vom Studio machen konnte und wir ein paar erste Testaufnahmen machen wollten.

Die Herausforderung

Bei den Vorbereitungen und Planungen der Hörbuch-Produktion wurde mir zum ersten mal bewusst, dass die Sprecherin auf Grund ihrer Blindheit ja Punktschrift liest.
Dies stellt für mich eigentlich keine Besonderheit da, weil es für mich als Blinden das Normalste der Welt ist.
Allerdings konnte das Geräusch der Finger beim überfliegen der Punktschrift störend bei der Aufnahme sein.
Daraufhin machte ich mir einige Gedanken und stellte Überlegungen an, wie sich die Störgeräusche minimieren ließen.

Bei der ersten Studio-Session probierten wir einiges aus.
Beispielsweise das Lesen via Braillezeile, was sich allerdings als wesentlich lauter erwies als vorab vermutet.

Letztendlich entschieden wir uns dafür, dass sie die einzelnen Punktschrift Seiten auf dem Tisch liegend liest.
Der Tisch war mit einer dicken Decke ausgestattet, die nicht nur die direkten Schallreflektionen des Tisches minimierte, sondern auch die Störgeräusche, die beim Lesen der Punktschrift entstanden.

Die Sprachaufnahmen für das Hörbuch

Jenny hat sich im Studio direkt wohlgefühlt und nachdem wir die ersten Testaufnahmen abgeschlossen hatten, beschlossen wir direkt mit den Aufnahmen für das Hörbuch zu starten.

Wir nahmen das Hörbuch dann innerhalb von weniger als drei Tagen auf.
Ich hatte und habe immer noch wirklich großen Respekt vor Jennys Leistung.
Das Sprechen an sich ist eine Sache, aber das Ganze auch noch als Punktschrift vor sich zu haben und zu lesen ist noch eine ganz andere Sache.
Wirklich Hut ab für diese Leistung.

Nach den Aufnahmen stand dann für mich das Editing an.
Als ich Jenny die ersten editierten Kapitel sendete, wurde relativ schnell klar, dass wir Retakes der ersten drei Kapitel machen wollten.
Also vereinbarten wir einen zweiten Studio-Termin, um die Retakes aufzunehmen.

Aus den ersten drei Kapiteln wurden dann noch einige mehr, weil Jenny wie entfesselt las und es wie am Schnürchen lief.
Das soll nicht heißen, dass es vorher nicht gut gewesen war, aber es lief halt einfach.

Nachdem auch die zweite Aufnahme-Session beendet war, machte ich mich an das gesamte Editing des Hörbuchs.
Das nahm einige Zeit in Anspruch, da wir von einer Länge von über 5 Stunden für die finale Version sprechen.

Als das Editing abgeschlossen war folgte das Mastering des gesamten Hörbuchs.
Am Ende waren wir alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis und wir waren uns einig, dass sich die Arbeit, inklusive der zweiten Recording-Session für die Retakes mehr als gelohnt hatte.

Hier findet Ihr ein Video mit einigen Einblicken hinter die Kulissen der Hörbuch-Produktion.

Außerdem könnt Ihr das Hörbuch hier erwerben.



Ein Beitrag von Florian Schmitz. Veröffentlicht am 25.08.2018

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