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HOFA IQ-EQ V3: Die VoiceOver-Zugänglichkeit unter Pro Tools 10

Der HOFA IQ-EQ V3 kommt in meinen Sessions fast auf jeder Spur zum Einsatz.
Wie es mit der VoiceOver-Zugänglichkeit des Plugins aussieht kläre ich in diesem Artikel.

Auf die Installation, die mit Hilfe des HOFA-Plugins Manager völlig problemlos erledigt wird, gehe ich hier nicht näher ein.
Wer mehr zur Installation sowie zur Aktivierung der HOFA-Plugins erfahren möchte, dem sei der Artikel "HOFA-Plugins Manager | Die VoiceOver-Accessibility unter Mac OS X" empfohlen.

Der IQ-EQ ist wie alle von HOFA entwickelten Plugins in den Formaten

  • VST
  • VST3
  • AU
  • sowie für die Pro Tools-Formate RTAS und AAX erhältlich.

Ich selbst nutze aktuell die RTAS-Version unter Pro Tools 10.
Mehr Informationen zu den verschiedenen Plugin-Formaten und deren Zugänglichkeit mit VoiceOver gibt es im Artikel "Pro Tools-Plugins | Die Screen-Reader-Kompatibilität mit VoiceOver unter Mac OS X" und hier im Video "Die VoiceOver-Accessibility von Pro Tools-Plugins unter Mac OS X"

Das Plugin liegt in einer Mono sowie in einer Stereo-Version vor. Ich beziehe mich in diesem Artikel ausschließlich auf die Stereo-Version.

Der IQ-EQ kommt mit sechs identisch ausgestatteten Bändern daher. So stehen immer genügend Bänder zu Verfügung. In meinen Sessions habe ich zumindest maximal vier bis fünf Bänder aktiviert.
Dazu gibt es noch zusätzlich ein Hipass sowie ein Lopass-Filter. Die Parameter für den Ingain und den Outgain runden das Bild ab.

Jedes der sechs Bänder verfügt über 17 Parameter. Die große Anzahl an Parametern kommt zustande, da jedes Band zusätzlich über eine Dynamik-Sektion verfügt, die sehr hilfreich ist um z. B. problematische Resonanzfrequenzen in den Griff zu bekommen, ohne die Frequenz dauerhaft absenken zu müssen.
Die Dynamik-Sektion ist in meinen Sessions allerdings nie auf allen aktiven Bändern im Einsatz, jedoch trotzdem eine sehr praktische und Hilfreiche Funktion, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Die Flut von 17 Parametern pro Band mag dem Ein oder Anderen jetzt schon zu viel sein. An dieser Stelle ein Tipp von mir:
Einfach eine VoiceOver-Aktivität für den IQ-EQ erstellen, diese mit Hotspots ausstatten und die Parameter-Flut ist um ein vielfaches besser beherrschbar.

Ich habe mir z. B. die Hotspots eins bis sechs auf die Parameter gesetzt mit denen man die einzelnen Bänder aktivieren bzw. deaktivieren respektive solo abhören kann.
Hotspot null sitzt wiederum auf dem Master-Bypass. Hotspot sieben und acht habe ich auf den Hi respektive Lopass gesetzt und Hotspot neun sitzt auf den Parameter Ingain.

Jetzt werde ich auf die Parameter eines Bandes eingehen. Die Dynamik-Sektion lasse ich allerdings außen vor, da diese ansonsten den Rahmen dieses Artikels etwas sprengen würde.
Ich beginne mit dem Parameter "Enabled-1". Mit diesem lässt sich das Band ein- bzw. ausschalten. Außerdem besteht hier die Möglichkeit das Frequenzband solo abzuhören, was ich persönlich extrem hilfreich finde. Diese Funktion ist erst seit der Version 3 mit VoiceOver zugänglich.

Als nächstes springe ich mit VoiceOver zum Parameter "Freq-1", der sich in der Navigations-Reihenfolge mit VoiceOver ganz am Anfang des einzelnen EQ-Bandes befindet. Dieser Parameter bestimmt die Grenzfrequenz mit der das Filter-Band arbeitet. Der Reset-Wert liegt bei 1000 Hz, was ein guter Startpunkt ist um den Parameter nach oben oder unten zu verändern.

Mit dem folgenden Parameter, der den Namen "Q-1 Parameter" trägt lässt sich einstellen, wie schmal- oder breitbandig das Filterband um die Grenzfrequenz herum arbeiten soll. Hier ist der Reset-Wert 3,0.

Der nächste Parameter bestimmt um wie viel db. die ausgewählte Frequenz angehoben oder abgesenkt werden soll. Dieser Parameter ist mit dem Namen "Gain-1 Parameter" benannt. Der Reset-Wert des Parameter liegt bei 0,0 db. Das Raster in dem sich die Parameter-Werte mit VoiceOver verändern lassen ist sinnvoll gewählt.

Als nächstes folgt der Parameter "Type-1 Parameter". Hiermit lässt sich der Filter-Typ auswählen. Folgende Filter-Typen werden in jedem der sechs Filterbänder zu Verfügung gestellt.

  • Peak
  • HiShelf
  • LoShelf
  • HSlf-Reso1
  • LSlf-Reso1
  • HSlf-Reso2
  • LSlf-Reso2
  • Flat

Ich nutze hauptsächlich die Filter-Typen Peak, LoShelf, HiShelf und bei der Nutzung als Dynamik-EQ auch noch den Typ Flat.

Die bisher genannten Parameter sind notwendig, um den IQ-EQ wie einen herkömmlichen parametrischen EQ zu nutzen. Die nachfolgenden Parameter steuern die Dynamik-Funktion, die den IQ-EQ zu einem dynamischen EQ werden lässt.
Auf die Dynamik-Sektion werde ich in einem weiteren Artikel eingehen.


Fazit:

Die Parameter des HOFA IQ-EQ sind alle mit VoiceOver zugänglich. Außerdem sind diese sehr eindeutig für VoiceOver-User benannt. Die sinnvolle Rasterung der Parameter-Werte ermöglicht VoiceOver-Nutzern eine ausreichend präzise und schnelle Justierung der Parameter. Die Funktion, die Frequenz-Bänder im Solo-Modus abhören zu können ist extrem hilfreich, um genau analysieren zu können, was sich im einzelnen Band abspielt.

Wer ein vielseitig einsetzbares EQ-Plugin sucht, was zusätzlich auch noch als dynamischer EQ fungiert und darüber hinaus eine sehr gute VoiceOver-Zugänglichkeit bietet, dem sei der HOFA IQ-EQ empfohlen.
Ein Test der HOFA-Plugins kann ich wirklich jedem wärmstens empfehlen egal, ob VoiceOver- oder Maus-User.



Ein Artikel von Florian Schmitz. Veröffentlicht am: 20.09.2013


Genutzte Software-Versionen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren:

  • Mac OS X 10.7.5
  • Pro Tools 10.3.5
  • IQ-EQ V 3.5.3